(M)eine Stimme für das Kind

Sindelfinger / Böblinger Zeitung vom 24.12.03
Gastkommentar in der Kinderserie

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In der heutigen Zeit werden Kinder auf unterschiedliche Art und Weise groß. Ob ein Kind die ersten Lebensjahre wohl behütet im Elternhaus verbringt oder die Eltern schon früh auf Betreuungsangebote zurück greifen müssen, hat Einfluss auf die Entwicklung des Nachwuchses.

Durch den gesellschaftlichen Kontext und die oft notwendige berufliche Tätigkeit von Müttern ergibt sich immer öfter die Frage: “Was mache ich mit meinem Kind?“ Sorgen und Befürchtungen machen sich dann meist schnell breit. Sie stellen sich die Frage: „Wohin, zu Wem, kann ich verlässlich und vertrauensvoll mein (Kleinst-) Kind geben?“ Denn davon hängt auch die entwicklungspsychologisch so wichtige Bindungsfähigkeit und die damit einhergehende emotionale Sicherheit des Kindes in einem hohen Maß ab. Die Qualität der ausgebildeten Fachkraft, somit auch der (ausgebildeten) Tagesmutter obliegt es, eine entwicklungsgerechte Weiterführung der Erziehungsaufgaben in physischer und! psychischer Hinsicht zu gewährleisten. Diese Anforderung ist nicht gering. Schauen wir uns andere Länder an, erfahren wir, das Israel in seinem Gemeinschafts-System dem “Kibbuz“, schon seit Jahrzehnten eine frühzeitige Verteilung der Erziehung auf andere Personen lebt. Es ist eben dieses Wort, lebt, das eine erlebte und gelebte Erziehung meint, die sehr entscheidend für eine weitere Prägung des Kindes ist. Die Art der Bindung des Kindes an den Erwachsenen und dass entsprechende Austauschen von Gefühlen, kann für ein frühzeitiges kennen lernen der eigenen Bedürfnisse fördernd und sehr positiv sein. Das Verhältnis von Nähe und Distanz zu den neuen Bezugspersonen kann bei positiver Fortführung der Bindung zu einem hohen Maß an sozialer Kompetenz und ICH-Stabilität führen. Andere Regeln bei unterschiedlichen Personen zu erleben, können frühzeitig als für die eigene Welt bedeutsam erfahren, überprüft und eingeübt werden. Es können eigene Fähigkeiten entdeckt und erweitert werden. Jedoch muss die Gefühlswelt des Kindes seiner geistigen Entwicklung folgen können, sonst kann eine Konfusion entstehen. Dies kann dann zu Aggressionen, Gereiztheit, einem Ungestümsein und Ungehorsam führen.

Nun kommt aber im laufe des Tages der Zeitpunkt, an dem das Kind wieder zurück in das familiäre System kommt. Wenn es dem Erziehungsberechtigten dann gelingt, seine Rolle anzunehmen, Energien für ein DA-SEIN aufzubringen, wäre der fürsorgliche Teil, die Erziehungsaufgabe als solches, gegeben. Ob es ein Gelingen wird, hängt auch davon ab, ob ein Austausch zwischen den „Wechselbeziehungen“ stattfindet und das Kind eine „eigene“ Stimme bekommt, auch wenn es ein Schreien ist, das wie bekannt, verschiedenes sagen kann.

Unabdingbar ist in diesem dynamischen Prozess ein guter Dialog und Klarheit im Rollenverständnis der Bezugspersonen, denn ansonsten gerät das Kind in einen Loyalitätskonflikt der meist erst spät bemerkt wird.

In diesem Sinne kann das Kind wachsen und gedeihen, oder auch gestutzt werden, vertrocknen und erstarren, eben je nach dem.

Fallbericht

Einen veröffentlichten Fallbericht zum Thema: Traumatisierung unter Anwendung von Klangschalen in der Stabilisierungsphase, lesen sie im Buch:

Peter Hess-Klangmethoden in der therapeutischen Praxis

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Frank Baßfeld

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