Vom Zappeln und vom Philipp. ADHS: Integration von familien-, hypno- und verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätzen

Autor: Martin Schmela
Carl-Auer Verlag GmbH - erschienen: 2004-09-01
Taschenbuch - 233 Seiten
ISBN: 3896704524
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Wer wird dieses Buch lesen, fragte ich mich als ich den Titel zum ersten Mal sah? Nach dem lesen möchte ich nun sagen: Hoffentlich jeder "Mit-Zappelnde" damit sind die Angehörigen und die Vielzahl der beruflich damit "Zu-tun-habenden" gemeint. Warum? Die Antwort ist kurz: Damit die Integration von Wissen und Erfahrung bei Betroffenen, Angehörigen und "Den-damit-zu-tun-habenden" besser gelingen kann als bisher.

Basierend auf dem im Vorwort beschriebenen, ist der Schulstreit unter den "Professionellen" und den damit verbundenen Personen, weit weg von einer Integration der Ursachen, somit noch weiter der Weg, schulenübergreifende Methoden miteinander in Verbindung zu bringen, um dem Erscheinungsbild AD(H)S konstruktiver zu begegnen. So wird es dem Autor zu danken sein, dass er den roten Faden seiner Überlegungen und seiner persönlichen Arbeit: Betrachtungen, Verstehensweisen und Methoden der benannten psychotherapeutischen "Schulen" zu einer Integration zumindest im methodischen Feld der Beratung und Therapie zusammen zu bringen, durchhält. Mit den Begriffspaaren: "Entweder-oder?" - "Sowohl-als-auch" und der Option: "Es kommt darauf an", werden Brücken zwischen den Schul-Lagern gebaut.

Der Leser wird mit Hilfe des Autors auf die verschiedenen Themenbrücken geführt. Mal von der einen Seite mal von der anderen Seite der Brücke. Ganz easy ist das sicherlich nicht, aber eben: Der Leser wird ja geführt, und darf auch wieder an seinen Standpunkt und zu seinem Betrachtungswinkel zurück, der, oh welch Überraschung sich inzwischen gewandelt hat. Wenn auch nur ein paar cm oder doch schon mehr?!

Im anschließenden dritten Kapitel: " Von den Potenzialen des "symptomzentrierten Vorgehens" ...", dem mit fast 100 Seiten größten dieses Buches, geht der Autor Fragen der Diagnostik, Störungskonzepten, Medikation und Trainingsverfahren nach. Die vielen Cartoons ebenso Schaubilder die teilweise der Arbeit von Dr. Döpfner (Universität Köln) stammen, sind in die Erklärungen und Beispiel aus der praktischen Arbeit des Autor eingearbeitet und für dieses Kapitel besonders hilfreich. Das ein ernsthafter Umgang mit der Diagnostik und den unterschiedlichen Störungskonzepten nicht im Widerspruch zu einer flexiblen, kreativen sowie humorvollen praktischen Umgangsweise damit steht, zeichnet dieses Kapitel besonders aus.

Das folgende Kapitel führt den Leser tiefer in die systemisch- hypnotherapeutische Welt, deren Blickwinkel und Vorgehensweisen. Die Arbeit mit Ressourcen, Märchen, Handpuppen, Ritualen und Anderem wird hier an konkreten Beispielen erläutert.

Gegen Ende wird der Leser noch für wenige Seiten "über den Tellerrand", in den Bereich der Traumatisierung eingeführt. An dieser Stelle, hätte ich mir zu einem krönenden Abschluss ein deutliches "Mehr" gewünscht. Traumatisierungen und deren Wirkungen sind sehr, sehr komplex. Die Symptome sind dem des benannten Titel-Störungsbildes sehr ähnlich. Gerade weil hier und genau an dieser Stelle: Trauma oder nicht, Wirkung "Ja-oder-Nein" oder doch auch "Sowohl-als-auch" im Umgang und der Behandlung ein noch größeres therapeutisches Feingefühl verlangt wird. Wenn Trauma oder Minitrauma, akut oder chronisch im Verlauf, und was dann ?! Nach Beendigung des "Ausblicks" wird sich mancher Leser fragen, ob er das ein oder andere Gelesene wirklich in sich aufnehmen oder sogar: integrieren soll. Die erwähnten Schaubilder und Cartoons erleichtern es dem Leser.

Frank Baßfeld

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