Systemische Kurztherapie bei Ess-Störungen: Einführung und Fallstudien

Autor: Giorgio Nardone
Hogrefe, vorm. Verlag Hans Huber - erschienen: 2003-06-12

Taschenbuch - 270 Seiten

ISBN: 3456839618

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Die folgende Buchbesprechung ist erschienen in: KONTEXT Heft 8 - 2004 [Zeitschrift für Mitglieder in der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF)].

Beim Lesen der Überschrift neigt der Leser dazu in die Hände klatschen zu wollen. "Prima", denkt er: "Kurz-Therapie bei Ess-Störungen, wie geht denn das". Als moderner Therapeut möchte ich das wissen. Ein Hinweis auf ein Vorwort von Paul Watzlawick, lässt mich das Buch wissbegierig aufschlagen.

Ausführlich wird die vom Autor durchgeführte Diagnostik, seine Behandlungsstufen und Erfolgsquoten dargelegt. Andere Forschungsergebnisse, auch aus der systemischen Therapie (z.B. von Selvini Palazzoli) werden verglichen und in ihren Aussagen vereinfacht dargestellt und abgewertet. Im weiteren Verlauf des Buches erfährt der Leser einiges, über mögliche Differenzierungen bei der Typisierung von Ess-Störungen. In wieweit dies sinnvoll ist oder verwirrt und lähmt, wird jeder Leser bei sich selbst erfahren müssen.

In den vom Autor aufgeführten Behandlungsstufen, wird ein Teil der durchgeführten Interventionen aufgezeigt und beschrieben. Dies hilft, den Gesprächsprotokollen im nächsten Buchabschnitt zu folgen und im Nachhinein kritisch zu reflektieren.

Die weiteren Zweidrittel des Buches beschäftigen sich mit Fallstudien. Hohe Anerkennung möchte ich hier dem Autor für seine Randnotizen aussprechen. Denn hier werden die unterschiedlichen angewandten Interventionen, wie Umdeutung, Verschreibung, u. a., im wahrsten Sinne des Wortes, augenscheinlich. Die erklärte Absicht des Autors: spezifische Interventionsverfahren für ganz bestimmte Probleme zu beschreiben, wird dabei nicht unbedingt nachvollziehbar. Dabei helfen auch die umfangreichen Gesprächsprotokolle, zu beispielhaft aufgeführten Fallstudien, nicht wirklich weiter. Die Gesprächsprotokolle können aber sicherlich gut dazu dienen, den Blick auf eigene durchgeführte Gespräche zu prüfen, um methodische Ressourcen zu aktivieren und zu erweitern.

Das Buch hilft, die eigene therapeutische und methodische Standortbestimmung zu prüfen, um für andere, nicht unbedingt in diesem Buch gelesene, Wege offen zu sein.

Frank Baßfeld

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