Psychotrauma, State, Setting: Psychoanalytisch-handlungsaktives Modell zur Behandlung von Komplex-Traumatisierten (psychosozial)

Autor: Ralf Vogt
Psychosozial-Verlag - erschienen: 2007-02-01

Taschenbuch - 334 Seiten

ISBN: 3898065820

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Vieles wird erreichbar sein, es ist "nur" sehr viel zu tun. Packen wir es heute!? an! Diese Rezension ist sehr lang. Es wird sich sicherlich/hoffentlich für Sie lohnen. Kontaktaufnahme, Tasten, Berühren, Berührt werden und Heilungsprozesse einleiten, so möchte ich eine erweiterte Überschrift zu diesem Buch benennen. Die besonders respektvoll geschriebenen unterschiedlichen Vorbemerkungen für Fachkollegen ebenso für Klienten machen die Kontaktaufnahme des Autors und seine psychotherapeutische Arbeitsweise schon hier spürbar. Die Perspektive und der Umgang mit dem Thema zeigt sich in höchst komplexen Überlegungen und einem handlungsaktiven Umgang im Setting, die den Autor im differenzierten Inhaltsverzeichnis wieder spiegeln lässt.

Der Ansatz von Ralf Vogt und der gemeinsamen Arbeit mit seiner Frau, zeigt sich durch ein sehr hohes Maß an Transparenz, Nachvollziehbarkeit, einer jederzeit zu überprüfenden Durchführungen sowie der Bereitschaft für kreative Ergänzungen. Im ersten Drittel des Buches werden theoretische Hintergründe erklärt und in interdisziplinärer Verbindung zu wichtigen Forschungsbereichen wie der Neurobiologie und der Bindungsforschung aufgezeigt. Die menschlichen States, sogenannte ICH-Zustände, werden in Bezug zur traumatischen Erfahrung gesetzt, kategorisiert und in einprägsamen Schaubildern dargestellt. Der Übergang in diesen Behandlungsansatz beschreibt die Überschrift: "Zur Bedeutung von haltgebenden Berührungen in der Psychotraumatherapie".

Das nun im weiteren Drittel beschriebene Modell von Ralf Vogt heißt: Somatisch-Psychologisch-Interaktives Modell in der Standard-20-Version zur Psychotraumatherapie Komplex-Traumatisierten u.a. Störungsgruppen, kurz: SPIM-20-KT. Die 20 Behandlungskriterien wie Transparenz, Diagnostik- und Lösungsorientierung, beseelbare Therapieobjekte, szenische Handlungsorientierung, Einbeziehung systemische Einflussgrößen und Transgenerationalität werden erklärt. Behandlungsphasen werden beschrieben und in Ausschnitten mit minütlicher Zeitfolge dargestellt. Ein Begriffskatalog wurde beigefügt sowie umfangreiche Handouts wie Trauma- und Ressourcenlandkarte, Strukturblatt, Statistik und Tagebuch für die Arbeit mit den States des Klienten. Ein Behandlungsprotokoll, Übersicht zum Stufentraining und Weiteres sind unterstützende Materialien für den Fachkollegen.

Im letzten Drittel werden bebilderte Fallvignetten nachspür- und erlebbar. Eine Evaluation mit diesem Manual schließt sich an. Kurze Auswertungen, ein Ausblick und der Hinweis auf die Settinggrenze führen die inneren und äußeren Augen des Lesers in den Arbeits- und Heilungsprozess. Das differenzierte Aufzeigen von (Täter-) Introjekten und Implataten und das Aufarbeiten des traumatischen Geschehens mit beseelbaren Therapieobjekten wie zum Beispiel Kuschelei, schwarzer Sack, Kontaktsstäbe, Klammerpferd, Depressionstonne, Familienskulpturen mit Stofftieren, EMDR mit Halteseil zeigen dem Leser eine verantwortungsvolle, standardisierte und kreative psychotraumatische Arbeit auf sehr hohem fachlichem Niveau und äußerst respektvollem Umgang mit dem Klienten.

Sie als Leser dieser Rezension haben nun selbst ein Gespür, Blick und Gedanken für das Neue in diesem Buch bekommen. Meinerseits möchte ich folgendes festhalten: Die Theorien wurden verständlich und differenziert beschrieben. Ein vom Autor beispielhaft diszipliniertes Vorgehen der aufgeführten 20 Kriterien sind nachvollziehbar und ermöglichen eine Bereicherung der eigenen therapeutischen Arbeit im Sinne: "Alles! für den Klienten". Übersichtliche Handouts, die es in anderen vergleichbaren Fachbüchern selten gibt, bilden eine abgesicherte Grundlage der Anwendung. Die benannten Hilfsmittel: "beseelbare Therapieobjekte", sind eine neue kreative Möglichkeit für Fachfrau/Fachmann und KlientIn mit einer Traumatisierung im Prozessgeschehen umzugehen. Daraus ergibt sich also bei Anwendung dieser Methode und Standards ein Vorteil für alle die direkt am Prozessgeschehen arbeiten.

Im Anhang sind Hinweise auch zur Weiterbildung in dieser Methode, die ausschließlich durch den Autor und seiner Frau angeboten werden. Den Satz des Autors:" Der Optimismus ist also, dass man wirklich viel erreichen kann, wenn man weiß, dass sehr viel dafür zu tun ist", möchte ich jedem Leser weitergeben.

Frank Baßfeld

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