Handbuch der Psychotraumatologie

Autor:
Klett-Cotta - erschienen: 2011-09-01

Gebundene Ausgabe - 776 Seiten

ISBN: 3608946659

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Die Zeit war reif, ein so umfassendes und fundiertes Fachbuch herauszugeben. Führende Experten aus Deutschland schreiben zu Ihren Spezialgebieten in der Psychotraumatologie. So ist ein Handbuch von beinahe 800 Seiten entstanden.

Im sehr gut gegliederten Inhaltsverzeichnis werden acht thematische Gegenstandsfelder/Hauptkapitel aufgeführt und übersichtlich untergliedert. Im Gesamten dürfen J 65 Kapitel gelesen werden. In den Hauptkapiteln erfährt der Leser differenziertes Fachwissen unter anderem zu folgenden thematischen Aspekten: Gedächtnis, Dissoziation, Theorien der Belastungsstörung, Resilienz, Holocaust, geschlechtsspezifische Aspekte, Traumatheorie in den unterschiedlichen Methoden der Psychotherapie, Krankheitsbilder, spezifische traumatische Ereignisse und die Folgen, Traumata in der Lebensspanne, Traumatisierungen in gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten, Therapeutische Möglichkeiten (hier auch: Spiritualität, akute Krisenintervention, EMDR), Schnittstellen zur Justiz. Hochinteressant geht es innerhalb dem jeweiligen Hauptkapitel weiter.

Die Spezialisierung der ca. 70 Autoren und die damit verbundene weitere thematische Differenzierungen werden über ca. 10 – 15 Seiten ersichtlich und inhaltlich hervorragend gefüllt. Den Gedanken: „Wieder etwas dazu gelernt“ inwieweit auch immer, wird der Leser an vielen Stellen in den Unterkapiteln zu sich selbst sagen. Ein ausführliches Literaturverzeichnis schließt sich nach jedem Unterkapitel an. Einzelne Themen werden selbstverständlich mit Schaubildern - entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen mit Statistiken belegt. In den letzten Zeilen des jeweiligen Unterkapitels, werden Fragen zum Thema aufgeworfen. Was kann verbessert werden, was sollte in der Zukunft verstärkt betrachtet und wissenschaftlich untersucht werden. Für jeden (zukünftigen) Profi jeglicher Spezialisierung ist in jedem Hauptkapitel etwas dabei, das seine fachliche Kompetenz erweitern und seine praktische Arbeit anregen wird.

Eine Autorenübersicht mit Kontaktangaben und ein umfangreiches Stichwortverzeichnis runden in einer angenehmen Ausführlichkeit das thematisch „schwere“ Buch ab. Ein Glossar wird nicht aufgeführt.

Was mich persönlich in der Art und Weise der Beschreibung ganz besonders angesprochen hat, finden Sie als Auswahl in folgenden Zeilen: Theorie der Furchtstruktur, strukturelle Dissoziation, besonders ausgeprägtes Fingerspitzengefühl bei systemischen Aufstellungen von Traumata ist unabdingbar, ausführliche Diagnostik, ausführliche Beschreibung der unterschiedlichen Psychotherapieverfahren, Nebenwirkungen der Traumatherapie, Opferschutzgesetz, körperliche Erkrankungen im Zusammenhang mit erlebtem (Kindheits-)Trauma, internationale Projekte bei akuten Großschäden, sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Krieg, mehrdimensionales psychodynamisches Vorgehen als TherapeutIn, spirituelle/religiöse Rituale als Ressource, Interventionen in der Psychoonkologie. Alles in allem empfehle ich dieses Buch als anregendes Standardwerk. Das tiefergehende theoretische Verstehen und die praktische Anwendung im therapeutischen Berufsfeld wird durch dieses Werk „erleichtert“

Frank Baßfeld

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