Die Trauma-Trinität. Ignoranz - Fragilität - Kontrolle:Die Entwicklung des Traumabegriffs /Theorie und Praxis traumabedingter Dissoziation

Autor: Ellert Nijenhuis
Vandenhoeck & Ruprecht - erschienen: 2016-09-12

Gebundene Ausgabe - 720 Seiten

ISBN: 3525402619

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Ein lebhaftes und verdauungsWÜRDIGENDes STATEMENT

Die 2 Bände in diesem anspruchsvollem Gesamtwerk, sind ein sehr! differenziertes STATEMENT zu Konzepten und Verstehenswelten einer traumabedingten Dissoziation in 20 Kapiteln und 150 Kernaussagen.

Zu Beginn wird das Leiden durch ein Trauma auf 70 Seiten aus eher psychoanalytischer Geschichtsschreibung beschrieben. Ein Schaubild zeigt das sehr gut auf und enthält weitere Differenzierungen.

Nun nimmt das wissenschaftliche Verständnis von Ellert Nijenhuis fahrt auf. Vier Perspektiven werden erklärt, die sich wie ein roter Faden durch dieses Fachbuch durchziehen. Benannt werde sie als: Erste-Person-Perspektive, Quasi-Zweite-Person-Perspektive, Zweite-Person-Perspektive, Dritte-Person-Perspektive.

Das wechselhafte historische Verständnis der traumatischen Melancholie wird über 60 Seiten in Kapitel 7+8 dargelegt und mit umfangreichen Schaubildern skizziert.

Der Autor legt einen außerordentlichen! Focus auf ein sorgfältiges! Definieren. Diese Sorgfalt fordert den Leser definitiv heraus, seine Fachlichleit zu prüfen und sich leiten lassen zu einem "mehr" einem SO kann Fachmann/Fachfrau es auch sehen und sich zukünftig führen lassen. Wie es bei sorgfältigem!! "konzeptionellem Großreinemachen" eben auch ist, kann es zur Überforderung oder eines Lehr-Lern-Ausstiegs führen. Je nach Perspektive! und fachlichem Standort. Sorge und Leidenschaft führen und verführen Herrn Nijenhuis zu sehr kritischem Umgang mit der Fachwelt. Das kann ab und zu auch zuviel sein. Naja, ;-) an einer Stelle ist bezogen auf die PTBS zu lesen, dass "...Hypothesenset zur empirischen Überprüfung freigegeben wird".

In Kapitel 12 geht es um das Bewusstsein und Selbstbewusstsein bei dissoziativen Störungen. Auch! hier ergänzen gute Schaubilder in tabellarischer Form die Verstehbarkeit des Konzeptes.

In Kapitel 14 stellt sich der Autor über 6 Seiten, den kritischen Stimmen zu seinen vorgeschlagenen Definitionen und Replik. Das ist in einem Fachbuch eher außergewöhnlich und hat stil. Eine Stimme meint: "zirkulär, absolutistisch, dogmatisch ..."

In drei Kapiteln über 100 Seiten werden biopsychosoziale Perspektiven, Ergebnisse und Befunde erörtert. Medizinische Ergebnisse der Uniklinik in Zürich werden aufgeführt.

60 Seiten Literaturangaben und 20 Seiten Sach-/Stichwortregister...cooool!

Sir Ellert Nijenhuis....DAS war/ist ihr erster Streich...im Frühjahr 2017 folgt ihr dritter Band als Abschluss ihrer Trauma-Trinität. Sie stellen Ansätze und Konkretes für die praktische Arbeit in Aussicht. Der Rezensent lässt sich leiten von seinen eigenen fachlichen Ansprüchen, die durch dieses Buch beflügelt wurden und stärkt auch die eigene kritische Stimme, im besten Sinne. Somit bin ich sehr neugierig auf den kommenden 3 Band!

Frank Baßfeld

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