EMDR-Traumatherapie

EMDR (Eye-Movement Desensitization and Reprocessing) ist keine neue Therapierichtung, sondern ein ergänzendes Zusatzverfahren. Es ist als Methode vor allem zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, PTSD) wissenschaftlich anerkannt.

EMDR gehört im weitesten Sinne zu den Methoden der humanistischen Psychologie. Dies meint Richtungen, die die Selbstheilungskräfte und den Heilungswillen betonen. Dies bedeutet: Der Klient wird nur das Ziel erreichen, das er auch wirklich erreichen will. Wer seine alten belastenden Erfahrungen nicht wieder ansehen und aufarbeiten will (z.B. weil er glaubt, er könne es auch ohne Anschauen des "Schrecklichen" schaffen), der wird EMDR höchstwahrscheinlich nur als weiteren Fehlschlag unter vielen anderen verbuchen.

Der entscheidende Erfolgsfaktor an EMDR ist, dass direkt auf die Reduktion der Belastung hingearbeitet wird. EMDR schafft also genau das aus dem Leben, was viele Überlebende am meisten fürchten, nämlich den traumatischen Stress!

Die Verarbeitung belastender Gedächtnisinhalte und starrer Überzeugungen im Selbstkonzept geschieht durch therapeutisch angeleitete Konzentration auf die innere Wahrnehmung. Es handelt sich um eine visuell-konfrontative, entspannende und stark unterstützende Methode. Bilateral wechselnde Sinnesreize (induzierte Augenbewegungen, Antippen der Hände) bringen die Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen neu in Gang und führen sie zu Ende.

EMDR macht gerade diejenigen Unterbrechungen im Gehirn wieder (teilweise) rückgängig, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bei (schweren) Traumata als Notreaktion des Körpers zwar das kurzfristige Überleben in dieser Situation ermöglichen, aber langfristig eine Ursache der Dissoziation (Abspaltung von erlebten Gefühlen, Gedanken, Situationen) darstellen.

Wie funktioniert EMDR?

Der Klient sucht sich eine Erinnerung oder ein belastendes Gefühl selber heraus, das er bearbeiten möchte. Der Therapeut stellt dann mehrere Fragen, wie man diese Gefühle oder diese Situation auf einer gedachten Belastungsskala einordnet. Der Therapeut sitzt einem gegenüber und bewegt entweder seinen Finger vor den Augen hin und her (wobei man diesem Finger folgen soll), oder er tippt einem abwechselnd auf die ausgestreckten Hände.

Was bewirkt EMDR?

Was bewirken nun die vor dem Auge des Klienten, vorbeiführenden, pendelnden (zwei) Finger des Therapeuten?

Es regt die beiden Gehirnhälften an und beschleunigt dadurch die ganz normale natürliche Trauma-Verarbeitung, wie sie auch in einer normalen Therapie-Sitzung stattfinden würde. Die Beschleunigung ist jedoch sehr drastisch. Dadurch sinkt auch die Zeit, in der man sich dem Trauma hilflos ausgesetzt und ausgeliefert fühlt.

Es ist meist ein erleichterndes Gefühl, gleichzeitig des ausgepowert sein, endlich etwas durchgearbeitet zu haben und es in einem bestimmten Maß ablegen zu können. Es beschäftigt einen nicht mehr andauernd.

Dadurch werden Energien frei, die vorher z.B. in die Aufrechterhaltung von Depressionen und in die Bewältigung von Krisen geflossen sind.

Abgrenzung:
Trotz Ähnlichkeit, etwa durch die angeleitete Augenbewegung, ist EMDR nicht mit Hypnose zu verwechseln. Es soll keine Veränderung des Bewusstseinszustandes, sondern vielmehr eine Integration der mit dem Trauma verbundenen Emotionen und Empfindungen erreicht werden.

Qualifikation

Informationen zu Ausbildung, Fachlichkeit und Mitgliedschaften finden Sie direkt hier!

 

Frank Baßfeld

Praxis in Ludwigsburg
Bunzstr. 5
71638 Ludwigsburg

Telefon: 07141 / 9799061
info@no_Spam.frank-bassfeld.de


Praxis in Stuttgart
Rotebühlplatz 1
70178 Stuttgart

Die Terminvereinbarung läuft über die Praxis in Ludwigsburg.