Mobbing

Sie haben sicherlich schon einiges dazu gehört. Auch aus Ihrem Freundeskreis hat jemand darüber berichtet oder diese Erfahrung gemacht. Oder Sie haben es schon selbst einmal erfahren. Im Folgenden einige fachliche Erklärungen.

Beschreibung und Definition von Mobbing

Mobbing oder Mobben kommt von englisch to mob und meint: anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen. Und steht im engeren Sinn für "Psychoterror", häufig in der Schule und am Arbeitsplatz auch im Sport und anderen Gruppen, meist mit dem Ziel, den Betroffenen aus der sozialen Gruppe, dem Betrieb auszugrenzen bzw. hinauszuekeln.

Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, einen Menschen, Mitschüler, Kollegen ständig! zu ärgern, beschimpfen, schikanieren, herabzusetzen, quälen und/oder zu verletzen.

Typische Mobbinghandlungen sind Verbreitung falscher Tatsachen, Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Person, dem Verhalten, der Leistung, den Noten, der Arbeit.

In allen! zwischenmenschlichen Bereichen und Kontexten kann Mobbing auftreten. Mobbing ist ein unethisches Verhalten.

Der Betroffene empfindet Mobbing als eine Beeinträchtigung und Verletzung seiner Person, seiner Würde, seines Selbstbewusstseins. Eine "Flucht" vom Erlebten in andere Welten, wie die virtuelle Welt im Internet, ist eine erhoffte "Rettungsinsel" jedoch auch eine Gefahr der Abhängigkeit, der Isolation und der Konfliktvermeidung.

Ursache und Entstehung von Mobbing

  • Einige Fachleute gehen davon aus, dass Menschen zu Mobbern werden, um ihr schwaches Selbstvertrauen zu kompensieren.
  • Das Motiv von Mobbing ist meist Angst. Oft auch dann, wenn dies nicht direkt erkennbar ist.
  • Einerseits sind situative Faktoren sowie andererseits Persönlichkeitsmerkmale des Opfers und des Täters für das Auftreten von Mobbing verantwortlich.
  • Empfundene Ungerechtigkeit, Über- und Unterforderung, widersprüchliche Anweisungen kommen meist als Ursache hinzu.
  • Wer in einer Gruppe zum Mobbingopfer wird hängt sicher auch von dessen Persönlichkeitseigenschaften, der Konfliktfähigkeit, der Anpassungsfähigkeit etc. bzw. von der aktuellen Leistungsfähigkeit solcher sozialer Kompetenzen ab.
  • Ungleiche Machtverhältnisse: Die Beteiligten haben unterschiedliche Einflussmöglichkeiten auf die jeweilige Situation.
  • Im Handlungsverlauf kristallisiert sich ein Opfer heraus. Aufgrund der ungleichen Machtverteilung hat es Schwierigkeiten, sich zu verteidigen. Es gibt kein typisches "Opferprofil" - es kann jeden treffen. "Spitzenreiter" bei den beruflichen Branchen, in denen Mobbingfälle bekannt werden, sind der Gesundheits- und Erziehungsbereich sowie die öffentliche Verwaltung und das Bankwesen.


Die Analyse von Mobbingprozessen erfordert in jedem Fall eine genaue Analyse und nicht so selten wird diese Analyse wahrscheinlich tiefergehende Mißstände oder Probleme an unvermuteten Stellen offenbaren.

Damit Mobbing im gemeinten Sinne funktionieren kann braucht es zudem mindestens ein "Gewährenlassen" oder "Wegschauen" oder sogar ein aktives "Mitmachen" der sozialen Umgebung einschließlich vermeintlich gedachter, vertrauten Personen.

Folgen

Bei ungebremstem Verlauf führt dies zu Folgendem:

  • Isolation und Ausgrenzung wird zunehmen
  • Chancen auf eine zufriedenstellende Lösung schwinden
  • Abnahme der Leistung und bisherigen Wirkbereichs
  • Verminderung des sozialen Ansehens
  • Die psychische Befindlichkeit und Gesundheit wird zunehmend beeinträchtigt


Wie alle psychischen Belastungen führt auch das Mobbing über körperliche Prozesse zu psychosomatischen Erkrankungen. Besonders häufig zu beobachten sind dabei:

  • Angespanntheit
  • Nervosität
  • Kopfschmerz
  • Konzentrationsprobleme.
  • Schlafschwierigkeiten und Alpträume
  • Rückenschmerz, Nackenschmerz
  • Magenschmerz, Verdauungsprobleme, und Übelkeit

 
Mobbing führt auch direkt zu psychischen Beeinträchtigungen, wie:

  • Angst
  • Depressive Verstimmtheit
  • Burnout-Syndrom
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)


Es besteht außerdem die Gefahr, dass das Klagen des zunehmend hilfloseren Opfers zu einem "genervt-sein" bei den Angehörigen und Freunden führt. Dadurch besteht die Gefahr einer sozialen Isolation des Opfers auch außerhalb des eigentlichen Mobbing-Prozesses.

Diagnostik

Mobbing ist keine Krankheit, entsprechend gibt es auch keine diagnostischen Leitlinien.

Das Feststellen eines Mobbing-Prozesses ist zwar auch eine Art Diagnostik, jedoch keine medizinische. Durch einen Arzt werden vielmehr die medizinischen Folgen des Mobbing diagnostiziert. Zusätzlich erfolgt eine ausführliche Situationsanalyse, zum Beispiel durch eine psychotherapeutisch ausgebildete Fachperson.

Eine erste Hilfe

SOFORT!! eine Person/Personen des Vertrauens über das Erlebte informieren. Einen Austausch auch über Lösungen und weiterführender fachlicher Hilfe mit dieser Person/diesen Personen beibehalten. Es gehört Mut dazu, ja. Jedoch besser als auszuhalten (Ohnmacht) bis das "Mobbing vorübergeht" sprich: damit aufgehört wird. Denn selten wird damit "einfach" "nur mal so" aufgehört.

Das Mobbingopfer ist oft nur ein Symptomträger, seine "Entfernung" oder sein freiwilliger Fortgang in der Regel nicht die Lösung des Problems.

Beratung und Therapie im Mobbingprozess

Die Beratung/Therapie ist in meiner Praxis sehr individuell auf den einzelnen Betroffenen ausgerichtet. Bedingt durch den Mobbing-Prozess und seinen meist komplexen Auswirkungen, ist die Verarbeitung/Aufarbeitung nicht selten längerfristig angelegt.

Qualifikation

Informationen zu Ausbildung, Fachlichkeit und Mitgliedschaften finden Sie direkt hier!

 

Frank Baßfeld

Praxis in Ludwigsburg
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